Praxisbeispiele

Konkrete Praxisbeispiele, wie der Börsengang deutschen Mittelständlern geholfen hat

  1.  Wachstum finanzieren ohne Fremdkapitalabhängigkeit

Praxisbeispiel: Nemetschek Group SE (München, Bausoftware)

  • Mittelständisch geprägt, Gründerfamilie weiter beteiligt
  • Börsengang ermöglichte internationale Expansion und Produktzukäufe
    Typischer Mittelstandsnutzen: Wachstum ohne hohe Bankkredite oder Private Equity

 

  1. Teilweiser Exit bei Erhalt der Unternehmerkontrolle

Praxisbeispiel: Fielmann Group AG

  • Familienunternehmen mit Börsennotierung
  • Gründerfamilie hält weiterhin maßgeblichen Einfluss (kritische Kontrollgrößen 75,1% und 50,1% Aktienanteil)
    Typischer Mittelstandsnutzen: Liquidität für den Unternehmer, ohne die Firma „aus der Hand zu geben“

 

  1. Nachfolge lösen, ohne Verkauf an Investoren

Praxisbeispiel: Pfeiffer Vacuum AG

  • Familiengeprägt, börsennotiert
  • Börse als Instrument für generationsübergreifende Eigentümerstruktur
    Typischer Mittelstandsnutzen: Geordnete Nachfolge ohne Komplettverkauf an Private Equity

 

  1. Professionalisierung & Zukunftssicherung

Praxisbeispiel: Varta AG

  • Mittelständischer Industriehersteller
  • Börsengang führte zu stärkerer Governance und Investitionsfähigkeit
    Typischer Mittelstandsnutzen: Höhere Resilienz und langfristige Wettbewerbsfähigkeit

 

  1. Stärkung der Marktposition („Hidden Champion → Visible Champion“)

Praxisbeispiel: Sartorius AG

  • Klassischer Hidden Champion aus Göttingen
  • Börsennotierung erhöhte internationale Sichtbarkeit massiv
    Typischer Mittelstandsnutzen: Mehr Vertrauen bei internationalen Kunden und Lieferanten

 

  1. Mitarbeiter gewinnen und binden

Praxisbeispiel: TeamViewer SE

  • Börsengang erhöhte Arbeitgeberattraktivität
  • Aktienprogramme als Anreiz für qualifizierte Fachkräfte
    Typischer Mittelstandsnutzen: Wettbewerbsvorteil im Fachkräftemarkt

 

  1. Akquisitionen finanzieren ohne Liquiditätsabfluss

Praxisbeispiel: Compugroup Medical AG

  • Mittelständisch geprägt, Gründer weiterhin aktiv
  • Nutzt Aktien als Gegenleistung bei Unternehmenskäufen
    Typischer Mittelstandsnutzen: Wachs­tum durch Zukäufe ohne hohe Barzahlungen

 

  1. Krisenfestigkeit und Stabilität

Praxisbeispiel: Dürr AG

  • Maschinenbau, zyklische Branche
  • Börsenzugang ermöglicht schnelle Kapitalmaßnahmen in Schwächephasen
    Typischer Mittelstandsnutzen: Mehr Handlungsspielraum in konjunkturellen Krisen

 

Zusammenfassung für mittelständische Unternehmer

Ein Börsengang ist im deutschen Mittelstand besonders sinnvoll, wenn:

  • starkes, planbares Wachstum vorliegt,
  • Nachfolge oder Teil-Exit ansteht,
  • Internationalisierung oder Akquisitionen geplant sind,
  • die Unternehmerfamilie langfristig Einfluss behalten möchte.